Kosmetikerinnen verwenden spezielle im freihen Handel nicht verfügbare Kosmetik-Produkte
Kosmetik-Behandlung in einer Wellnesseinrichtung
Renate Teuber-Tschischack, Leiterin der Bio-Kosmetikschule Dr. Gümbel

Interview mit Renate Teuber-Tschischack, Leiterin der Bio-Kosmetikschule Dr. Gümbel, über die Qualität von Kosmetik-Ausbildungen, den Start ins Berufsleben und die Parallelen zwischen Apothekern und Kosmetikerinnen.

Was ist das Besondere an Ihrer Schule?

Die Bio-Kosmetikschule Dr. Gümbel ist seit 1994 staatlich anerkannt. Wir arbeiten nach den Vorgaben des Regierungspräsidiums Freiburg und werden auch von ihm kontrolliert. Die Qualität unserer Schule ist also verbürgt.

Wie kam die Schule zu ihrem Namen?

Die Schule erhielt ihren Namen durch ihre Gründer, das Ehepaar Dr. Gümbel. Beide haben die Schule 1978 eröffnet. Dr. Gümbel arbeitete mit einer besonderen Kombination ätherischer Öle. Diese so genannte Heilkräuteressenz-Therapie wenden auch wir noch an.

Das Wörtchen „Bio“ hingegen darf nicht in die Irre führen. Wir verstehen uns nicht als Öko-Kosmetiker. Das „Bio“ im Schulnamen bezieht sich auf einen ganzheitlichen Umgang mit dem Menschen. Wir sehen den Menschen als Einheit und wollen unsere Kosmetik entsprechend anwenden.

Die Ausbildung bei Ihnen dauert ein Jahr. Warum?

Der Lehrstoff ist sehr umfangreich. Wir unterrichten etwa Anatomie, Dermatologie, Ernährungslehre, Chemie und Wirkstoffkunde sowie Physik und Apparatekunde. Eine Kosmetikerin muss sich zudem nicht nur allgemein mit der Haut auskennen, sondern auch die vielen Hauterscheinungen und Hauterkrankungen verstehen. Um all das intensiv zu lernen, braucht es Zeit. Es ist ein Unding, eine Kosmetik-Ausbildung kürzer zu gestalten, etwa mit 150 bis 200 Stunden. Solche Angebote gibt es. Aber die kann man mit unserem Lehrplan nicht vergleichen. Wir haben eine Ausbildungszeit von 1200 Stunden.

Bleibt neben der Schule noch Zeit, um Geld zu verdienen?

Der Unterricht ist meist halbtags. Es gibt einige Aufgaben, die zu Hause erledigt werden müssen. Und die sind nicht zu unterschätzen. Die restliche freie Zeit nutzen viele unserer Schülerinnen, um sich nebenbei noch etwas dazu zu verdienen. Mit einer festen Stelle ist unsere Schule allerdings nicht zu vereinbaren.

Warum sollte ich mich bei Ihnen ausbilden lassen?

Unsere Schule hat eine lange Tradition, einen erstklassigen Ruf und wir sind staatlich anerkannt. Viele Firmen im Kosmetikbereich kennen und schätzen uns. Einige Lehrkräfte sind seit 1992 an der Schule und wurden von mir persönlich ausgebildet. Sie besuchen regelmäßig Weiterbildungen und arbeiten neben der Schule in der Praxis. In der Kosmetik passiert sehr viel, es tauchen immer neue Wirkstoffe auf, da muss man am Ball bleiben. Weiterbildung ist also unersetzlich.

Außerdem ist unser Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut. Wir unterrichten in kleinen Gruppen, in den Praxiskursen sind maximal 16 Schülerinnen. Und natürlich unterstützen wir unsere Absolventinnen beim Einstieg in den Beruf. Ich würde unbedingt die Ausbildung an einer staatlich anerkannten Schule bevorzugen, weil durch diesen qualifizierten Abschluss der Berufseinstieg wesentlich leichter ist. Unsere Absolventinnen finden in der Regel bereits während der Ausbildung einen künftigen Arbeitsplatz.

Wie können Sie den Berufseinstieg begleiten?

Wir vermitteln unseren Schülerinnen nach der Ausbildung Praktika und Stellen. Ich stehe in gutem Kontakt mit Hotels, Wellnessfarmen und Reiseschiffen (Steiner Leisure). Da ergeben sich oft viel versprechende Verbindungen. Außerdem bieten wir eine Existenzgründer-Beratung an.

Brauchen Kosmetikerinnen denn eine Existenzgründer-Beratung?

Wenn sie sich selbständig machen wollen, auf jeden Fall. Viele Kosmetikerinnen starten etwas blauäugig ins Berufsleben. Sie denken, es reiche aus, wenn sie das Handwerk beherrschen und gut mit Menschen umgehen können. Das ist sicher sehr wichtig. Doch man muss sich auch mit den wirtschaftlichen Aspekten auseinander setzen. Darum erklären wir, wie man einen Businessplan macht und welche Abgaben und Steuern auf die Existenzgründerinnen zukommen. Hilfreich ist ist sicherlich auch unsere Schulung in Verkaufspsychologie.

Welche Produkte benutzen Sie im Unterricht?

Wir arbeiten mit Produkten, die man nicht im normalen Handel bekommt, also Dalton, Dr. Grandel, Jean D'Arcel, MHB, Phyris und Rosel Heim. Man sollte sich als Kosmetikerin nur mit solchen Produkten selbständig machen. Es ist einfach ein Wettbewerbsvorteil, wenn die Kunden ihre Produkte nur bei der Kosmetikerin bekommen und nicht in der nächstbesten Drogerie. Denn es ist doch so: Wenn ich Medikamente brauche, gehe ich zur Apotheke. Und wenn ich individuelle Kosmetik brauche, gehe ich zur Kosmetikerin. Sie ist kompetent.

Warum sind Sie als Lehrkraft besonders qualifiziert?

Seit 1992 leite ich die Schule und unterrichte die gesamte Fachtheorie. Dabei profitiere ich von meinem Studium: Ich habe an der Universität München Biologie und Chemie auf Lehramt studiert. Zusätzlich investiere ich viel Zeit in Weiterbildung. Ich lese regelmäßig die Fachzeitschriften, gehe auf Messen oder Vorträge. Aber vor allem anderen bin ich mit Leib und Seele Lehrerin. Ich stehe gerne vor einer Klasse und habe Freude daran, wenn ich meinen Schülerinnen etwas nahe bringen kann.

Wie sind die Berufsaussichten Ihrer Absolventinnen?

Einige unserer Schülerinnen haben richtig Karriere gemacht, sind Farmleiterinnen geworden oder arbeiten in noblen Hotels. Andere machen sich selbständig. Ich empfehle aber immer, vorher zumindest ein Praktikum zu machen, um einmal zu sehen, wie es in der freien Wirtschaft zugeht. Gute Chancen gibt es auch bei den großen Kosmetikfirmen. Dort werden immer Repräsentantinnen oder Schulungsleiterinnen gesucht. Meine Erfahrung ist: Wer eine gute Ausbildung hat und am Ball bleibt, bekommt auch eine gute Stelle.

Kontakt.

Sollten Sie noch mehr Fragen haben, so stehen wir Ihnen für weitere Auskünfte gerne auch persönlich zur Verfügung.

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